Y-40 ? Y-40! The Deep Joy | SUSV

Y-40 ? Y-40! The Deep Joy

News - Y-40 ? Y-40! The Deep Joy

Fakten  Y40

  • Maximale Tiefe: 42.15 Meter
  • Anzahl Ebenen: 9
  • Wassertemperatur: 32-34° C
  • Sichtweite: begrenzt durch die Wände, gefühlt aber unendlich
  • Volumen: 4 300 000 Liter Thermalwasser
  • Tauchzeiten: 90 Minuten

Diese Fakten erscheinen nüchtern, trocken. Aber sie machen neugierig. Wir, eine Gruppe von 11 Freitauchern und Freitaucherinnen nutzten die Möglichkeit, im Rahmen einer von Tauchsport Käser in Bern organisierten Reise nach Montegrotto und unter der Leitung von Roger Michel, Präsident des Vereins freedive Bern, einen Augenschein zu nehmen und zu erleben, was rund eine halbe Autostunde vor Venedig Geräte- und Freitauchenden an Infrastruktur zum Indoor-Tauchen zur Verfügung gestellt wird.

Die Anlage ist beeindruckend. Sie wurde in nur einem Jahr erbaut und am 5. Juni 2014 eröffnet. Die Fläche beträgt 21 x 18 Meter, das Becken ist aufgeteilt in verschiedene Ebenen (-1.3m, -3m, - 5m, -6m, -8m, -10m, -12m, -15m). In der tiefsten Ebene befindet sich eine kreisrunde Öffnung, die in einer Röhre mit 8 Metern Durchmesser mündet. In dieser Röhre ist das Abtauchen bis in eine Tiefe von 42.15 Metern möglich. Damit ist Y-40 der tiefste Pool der Welt und im Guinness Buch der Weltrekorde eingetragen.

Vom grosszügig konzipierten Eingangsbereich mit Bar und Shop führt eine Brücke zum Umkleidebereich und der Poolanlage. Die Brücke wurde in 3.5 Metern Tiefe durch den Pool gebaut und ist mit Glas überdacht. So kann man das Geschehen im Pool beobachten ohne nass zu werden.

Für Freitauchende genügen Badehose bzw. Badkleid, Taucherbrille und Flossen sowie allenfalls Shirt und Nasenklemmer. Ein Tauchanzug erübrigt sich dank dem warmen Thermalwasser.
Auf allen Ebenen befinden sich zahlreiche am Boden fixierte Bojen, die es ermöglichen, den Leinen entlang in die Tiefe abzutauchen.

Für das Abtauchen in Tiefen ab 12 Meter stehen Führungseile zur Verfügung. Ab Februar 2018 ist das Freitauchen nur mit Lanyard (Sicherungsleine, die am Führungsseil angehängt wird) gestattet.
Nach der Ankunft am Freitag im späten Nachmittag und dem Bezug der Zimmer im Hotel Millepini, das dem Y-40 angeschlossen und nur eine Minute zu Fuss von der Anlage entfernt ist, machten wir uns bereit für die erste der vier geplanten, jeweils 90 Minuten dauernden Tauchsessions. Am Samstag folgten zwei weitere und am Sonntagmorgen, nach dem Frühstück, die vierte und letzte.
Das Abtauchen mit einem Atemzug unter den gegebenen Bedingungen ist schlicht überwältigend. Die gebotene Infrastruktur lässt kaum Wünsche offen: Warmes Wasser, keine Sprungschichten, bis 15 Meter Tiefe glasklare Sicht und gleichbleibendes Licht. Taucht man in die Röhre, ja dann wird es dunkler, je tiefer der Tauchgang führt; kälter wird es aber nicht. Y-40 bietet Rahmenbedingungen, die einfach nur Freude machen und zu Leistungssteigerungen beitragen können.
Y-40 steht nicht bloss Freitauchenden zur Verfügung. Auch Gerätetauchende sind willkommen. Für sie, und aus Sicherheitsgründen nur für sie, bestehen im Pool auch zwei Höhlen. Reinschauen ist aber auch für Freitauchende möglich. Auch wenn es von aussen nicht den Anschein hat, drin wirken sie sehr realistisch. Sie sind mit Röhren bzw. einem Gang miteinander verbunden.

Im Y-40 können Teams und Gruppen tauchen, wer keinen Buddy hat, kann mit einem Guide des Y-40 abtauchen. Angeboten werden auch Kurse und Workshops, die Internetseite des Y-40 gibt Auskunft.

Die vier Sessions, die wir gebucht hatten, waren ein voller Erfolg. Wir haben die insgesamt 6 Stunden, die viel zu rasch vorbei waren, voll ausgekostet, hatten Spass und sind um etliche schöne Erfahrungen reicher nach Hause zurückgekehrt. Es ist bestimmt nicht das letzte Mal, dass die Mitglieder unserer Gruppe in Montegrotto waren. Es kommt wohl nicht von ungefähr, dass der Pool nicht bloss Y-40 heisst, sondern auch "Deep Joy". Der Name ist Programm!

Fazit: Eine Reise nach Montegrotto lohnt sich auf alle Fälle. Da sowohl Venedig als auch Padova rasch erreichbar sind, kann der Tauchausflug ohne grossen Aufwand auch mit einem Städetrip verbunden werden.

Text: Corinne Geiser / Fotos: Roger Michel